Die Balkone 2

Scratching the Surface

An exhibition in Prenzlauer Berg windows and balconies 

April 30th - May 2nd, 2021

With:  Sarah Alberti & Grischa Meyer, Salwa Aleryani, Ulf Aminde, Kader Attia, Yael Bartana & Saskia Wendland, Timur Celik, Matthias Daenschel, Jeremiah Day & Alisa Margolis, Christina Dimitriadis, discoteca flaming star, Christoph Draeger & Heidrun Holzfeind, Sam Durant & Ana Prvački, Övül Ö. Durmusoglu & Eva Wein ft. Rirkrit Tiravanija, Knut Eckstein, Theo Eshetu, Olaf Grawert & Gábor Kocsis, Jan Peter Hammer, Heinz Havemeister, Hannah Hurtzig, Stine Marie Jacobsen & Teobaldo Lagos Preller, Monika Jarecka, Anne Duk Hee Jordan & Pauline Doutreluingne, Christoph Keller, Joanna Kusiak and Deutsche Wohnen & Co Enteignen, Matylda Krzykowski, Sonja Lau, Michelle-Marie Letelier, Antonia Low & Tommy Støckel, Kamila Metwaly & Max Schneider, Markus Miessen & Lena Mahr, Tom McCarthy & Eva Stenram, Müller Dreimalklingeln & Joke Lanz, Olaf Nicolai, Pınar Öğrenci, LAGE EGAL & Irène Hug, Andrea Pichl, Marta Popivoda & Ana Vujanović, Prater Galerie/x-embassy, Matheus Rocha Pitta, David Rych, Harry Sachs & Ini Dill / Daniel Drabek, Susanne Sachsse & Marc Siegel, Eva Scharrer ft. Ayşe Erkmen, Isabella Sedeka, Antje Stahl & Felix-Emeric Tota, Nasan Tur, Raul Walch, Joanna Warsza & Florian Malzacher, Arts of the Working Class, Christine Würmell, Dolores Zinny & Juan Maidagan and more

 

Curated by Övül Ö. Durmusoglu & Joanna Warsza

Ulf Aminde, footwork (building the new Republic II) after Max Lingner, 2020

It has been a year, and what a year it has been. Here we are, still in the middle of the pandemic with no clear end on the horizon. We have improved at slowing down, seeing things in larger detail, fulfilling daily routines, falling into everyday traps, and grieving. We have also become more aware of the places where we live, and of how we share common air. Die Balkone, for the second time, invites members of the artistic community in Prenzlauer Berg to activate their windows and balconies with signs of life, art, connection, or isolation. Last year’s edition grew like a snowball from a spontaneous neighbourhood project; spawning nearby versions in Kreuzberg or further in Paris, Stockholm, Santiago de Chile, São Paulo, or Taipei. Wherever we go, we are all neighbors to someone. 

 

This time, in addition to the more than thirty artistic installations spilling from the domestic into the public, the second iteration of Die Balkone scratches another surface by exploring the complicated image of the place we live: Berlin’s Prenzlauer Berg district. Many prejudices are projected on the area—some with good reason. It is generally a privileged zone, a gentrified terrain shaped around the needs of the nuclear family, such as ice cream parlors, wellness studios, and organic food markets. But other worlds exist here as well; ones that don’t fit this picture between shame and comfort. 

 

Prenzlauer Berg has been and is home to many cultural workers, both German and international, with an astonishing number of prolific artists per square meter. The quarter also has an important history of East German underground and dissident culture, where the notions of public, private, common, and shared were blurred and complex. Die Balkone addresses those various idiosyncrasies and realities from the current residents' perspectives.

 

Besides the windows and balconies, this year’s exhibition will also take place at the Ernst Thälmann monument—one of the few that remained from the GDR era, as per the locals’ wishes—with a project by Sam Durant and Ana Prvački. We will also dive into domestic and artistic archives with the art historian Sarah Alberti and graphic designer Grischa Meyer, who revisit parts of the 1990 historical public art exhibition ‘Die Endlichkeit der Freiheit.’ The third project highlights the immediate post-Wall era in an apartment where another nomadic resident, Rirkrit Tiravanija, lived at the time. Finally we are also happy to collaborate with the Prater Galerie, an important place for the East German art scene since 1967.

 

A year later, the curiosity for our neighborhood is not satisfied. We are ready for Die Balkone’s second iteration with the same and new contributors, in the same and new places. Die Balkone becomes a cyclical calendar exhibition, a temperature-check marking time from the beginning of the pandemic, and a situated exercise for art as a form of recovery, social glue, and point of connection. Die Balkone is also an invitation to reflect on the translocal status of many Berlin cultural workers, negotiating something the pandemic has taught us: the interdependence between the very local and the global, the inside and the outside, the digital and the analogue, somewhere on the edge of a balcony.

Funded by Berlin Senate Department for Culture and Europe.

Project partner: Art of Working Class

Ein Jahr ist vergangen – und was für ein Jahr. Hier stehen wir nun, immer noch mitten in der Pandemie mit keinem klaren Ende am Horizont. Wir sind besser darin geworden, langsamer zu werden, die Dinge in größeren Details zu sehen, die täglichen Routinen zu erfüllen, in alltägliche Fallen zu tappen und zu trauern. Auch haben wir ein größeres Bewusstsein für die Orte entwickelt, an denen wir leben, und dafür, wie wir die Luft, unsere häufigste und lebenswichtigste Ressource zum Atmen, teilen. Die Balkone lädt zum zweiten Mal Mitglieder der künstlerischen Gemeinschaft in Prenzlauer Berg ein, ihre Fenster und Balkone mit Zeichen des Lebens, der Kunst, der Verbindung oder der Isolation zu aktivieren. Die letztjährige Ausgabe wuchs von einem spontanen Nachbarschaftsprojekt wie ein Schneeball und brachte Versionen im nahen Kreuzberg oder weiter weg in Paris, Stockholm, Santiago de Chile, São Paulo und Taipeh hervor. Wir alle sind Nachbarn für jemand anderen, egal wohin wir gehen.

 

Neben den über 30 künstlerischen Installationen, die aus dem Inneren des Hauses in die Öffentlichkeit treten, kratzt die zweite Iteration von Die Balkone dieses Mal mit einigen Projekten an der Oberfläche des komplizierten Images dieses Ortes, an dem wir leben: Berlin Prenzlauer Berg. Viele Vorurteile werden auf den Bezirk projiziert, und manche aus guten Gründen. Er ist eine weitgehend privilegierte Gegend, ein Gentrifizierungs-Terrain, das sich um die Bedürfnisse der Kernfamilie dreht, mit Eisdielen, Wellness-Studios und Biomärkten. Doch es gibt auch andere Welten, die nicht in dieses Bild zwischen Scham und Komfort passen. Der Prenzlauer Berg war und ist Heimat vieler deutscher und internationaler Kulturschaffender, mit einer erstaunlichen Anzahl von produktiven Künstler*innen pro Quadratmeter. Das Viertel hat auch eine wichtige Geschichte in der ostdeutschen Untergrund- und Dissidentenkultur, in der die Begriffe von öffentlich, privat, gemeinsam und geteilt verschwommen und komplex waren. Die Balkone thematisiert diese verschiedenen Eigenheiten und Realitäten aus der Sicht der heutigen Bewohner.

 

Neben den Fenstern und Balkonen wird auch das Ernst-Thälmann-Denkmal, eines der wenigen, das auf Wunsch der Bewohner aus der DDR-Zeit erhalten blieb, in einem Projekt von Sam Durant und Ana Prvački in den Fokus gerückt werden; wir werden in persönliche und künstlerische Archive eintauchen, indem die Kunsthistorikerin Sarah Alberti und der Grafikdesigner Grischa Meyer einen Teil des Ausstellungsprojektes „Die Endlichkeit der Freiheit“ aus dem Jahr 1990 aufarbeiten; sowie die Ära nach dem Mauerfall in einer Wohnung, in der ein anderer Nomade jener Zeit - Rirkrit Tiravanija - zeitweise lebte.  Wir freuen uns auch auf die Zusammenarbeit mit der Prater Galerie, die seit 1967 ein wichtiger Ort für die Ost-Berliner Kunstszene ist.

 

Nach diesem was-für-ein-Jahr später ist die Neugier auf unseren Kiez noch nicht gestillt. Wir sind bereit für eine zweite Runde von Die Balkone mit den gleichen und neuen Mitwirkenden, gleichen und neuen Orten. Sie wird zu einer zyklischen Kalenderausstellung, einem Temperatur-Check, der die Zeit seit Beginn der Pandemie markiert, und zu einer situierten Übung über Kunst als eine Form der Genesung, als sozialer Klebstoff, als Verbindungspunkt. Schließlich ist Die Balkone auch eine Einladung, über den translokalen Status vieler Berliner Kulturschaffender nachzudenken und etwas zu verhandeln, was uns die Pandemie gelehrt hat: die Interdependenz zwischen dem sehr Lokalen und dem Globalen, dem Innen und dem Außen, dem Digitalen und dem Analogen, irgendwo am Rande eines Balkonsims.

Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin.

Projekt partner: Art of Working Class

Impressum

 

 

Die Balkone

Prenzlauer Berg, Berlin

 

www.diebalkone.net

diebalkone21@gmail.com

www.facebook.com/diebalkone

 

Artistic Direction

Joanna Warsza

Övül Ö. Durmusoglu

 

Project Management

Marie-Christin Lender

 

Research / Translation

Eva Scharrer

 

Website / Film / Social Media

Jagna Nawrocka

 

Proofreading

Kimberly Bradley

 

Press

David Ulrichs

 

Graphic design

Józefina Chętko

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©2021 by Jagna Nawrocka